Pedros Geschichte

Oh oh, bei uns ist die Stimmung auf dem Tiefstpunkt. Der Jonni unser Hund ist vor einer Woche verstorben.  Sicher ist eigentlich für alle, wir wollen einen Neuen. Die Frage ist nur, woher, wann und wie. Natürlich auch, was denn für einen. Na ja, suchen kann man den nicht, den muss man schon finden und dann muss ja nun mal der auch der Meinung sein das man selber passend ist, schließlich nimmt so ein Hund ja nicht jeden. Ist wie mit mir, nur mit den wenigsten Menschen komme ich klar, Babe sagt ich sei zu anspruchsvoll und eingebildet, aber anders rum, drum prüfe wer sich ewig bindet.

Ach, das ist alles so kompliziert also ins Internet und bei einer Suchmaschine eingeben Hund und Gütersloh, aha, Bernhardiner, nett, aber wenn ich ein Raubtier will sage ich es. Deutsche Dogge meint der Sohn, nun ja, etwas sehr groß, der frisst mir meine Karotten weg. Oh je, aber dann, Tierheim, ach mal schauen, was denn ausländische Hunde, das ist gut, unser großer Freund ist eh der einzige nicht Ausländer, warum also der Hund nicht auch Ausländer.

Als erstes ein spindeldürrer Kerl, Pedro, aber was für eine Geschichte. Gerettet aus einer spanischen Tötungsanstalt, komisch ich dachte die seien in der EU. Hätte nicht ein lieber Mensch den Pedro im Internet entdeckt, er wäre nicht mehr. Mit einem Flugpaten dann von Spanien nach Dortmund gebracht und dort von einer lieben Frau als Pflege Patin abgeholt und auf deren Reiter Hof mitgenommen. Dann diese Augen, oh was für Augen. Na erst mal schauen was das da mit den Tötungsanstalten auf sich hat und mit denen, die sich um die Tiere da drin kümmern. Je länger wir lesen, wir fassen es nicht, das kann ja nicht sein,  jeder Tourist dort brauchte doch nur auf zwei Drinks zu verzichten oder die Gemeinden bevorzugen, die keine Tötungsanstalten haben. Na ja, geht wohl nach dem Motto billig ist gut wie bei den Touristen. Na und eventuell sind denen ja die Hunde auch noch lästig, also weg damit. Nicht das da einer glaubt es wäre nur in Spanien so, nein nein, da sind noch viel mehr südliche Länder.  So nach und nach manifestiert es sich, wir möchten gerne den Pedro kennen lernen. Also fahren wir mal auf einen Besuch bei ihm und seiner tollen Pflegerin vorbei und da gibt es kein Halten mehr, was für ein toller Hund.
Die ganze Nacht tun wir kein Auge zu, weil doch der Pedro mit seiner tollen Pflegerin vorbei kommt am nächsten Tag und dann ja dann tut sich erstaunliches. Der Pedro, er fühlt sich so gut das sie ihn bei uns lässt, natürlich ist klar wenn der sich grämt, ja dann müssen wir einen anderen Weg finden. Dann aber, gegen Abend auf dem Rasen, da macht der das erste mal Feel Good, ein Auge hat er noch für den Fotografen, aber dann genießt er wieder in den vollen Zügen.

So nach und nach da bekommen wir eine Dankbarkeit von dem Hund die wir in der Kürze der Zeit noch nie bei einem Tier gesehen haben.

Na und wenn ich dann alleine bin dann erzählt er schon mal aus seinem Leben und ich kann mir dann einen Reim auf einige Allüren des Tieres machen.

Angefangen hat alles unter der heißen Sonne Spaniens, aber es hätte auch in einem anderen südlichen Land sein können. Mehr oder weniger sind die alle gleich.

Irgend wo in Spanien, ein Besitzer einer Hündin hält es nicht für nötig sie sterilisieren zu lassen und als eines Nachts ein Rüde vorbei kommt, da war es um sie geschehen und nach einiger Zeit hat sie einen Wurf Welpen. Das erste mal in seinem Leben hat der kleine Pedro Glück, im Standardfall werden die in Mülltonnen entsorgt oder aus dem Fenster des schnell fahrenden Autos geworfen. Viele sterben dann erst nach Tagen, aber wen interessiert das schon. Pedro wird so wie es aussieht wenigstens ausgesetzt und muss ganz schell lernen zu überleben. Das sieht man auch noch heute, er ist ein Genie beim Durchsuchen von Abfalleimern und Papierkörben. Damit hat er sich dann vermutlich am Leben gehalten mehr schlecht als recht und wahrscheinlich noch den einen oder anderen Happen von grillenden Touristen bekommen.

Da er den Unterschied zwischen heißem und kaltem Grill kennt hat er es vermutlich mal mit Stibitzen vom heißen Grill versucht.

Nett waren aber auch da die Menschen nicht zu ihm, denn jedes mal wenn ihm ein Mensch zu schnell zu nahe kommt, springt er mit einem riesen Satz an die Seite, wahrscheinlich ist der arme Kerl mehrfach getreten worden. Auch lustig, er betritt keine Küche wo gekocht wurde, hat wahrscheinlich in Spanien gelernt, das das nicht zu Ziel führt. Na ewig hungrig zog Pedro durch die Strassen, immer auf der Suche nach Futter und als dann die Männer mit den langen Stangen kamen, schöpfte er keinen Verdacht, sie waren ja weit genug weg und erst als die Stahlschlinge sich um seinen Hals schloss war klar, er hatte einen fürchterlichen Fehler begangen.  Man schmiss ihn wie Dreck in einen geschlossenen LKW, dort drinnen, da stank es nach ängstlichen und verstörten Hunden, nach verletzten und nach solchen, die sich in ihrer Todesnot erleichtert hatten. Wieder hatte er Glück, ohne es zu wissen zweimal. Zum einen war er schon so groß, das er sich wehren konnte, zum anderen war es ein LKW der eine Tötungsstation zum Ziel hatte, er hätte ja auch während der Fahrt schon eine Undichtigkeit an der Auspuffanlage haben können. Wer den Aufwand bezahlt fragt ihr euch, nun es gibt für wild lebende Tiere in den Spanischen Touristen Hochburgen Kopfprämien, bezahlt von euren Geldern die ihr während des Aufenthaltes dort lasst. Ja genau, gibt es in Bayern nicht, da geht man mit den Hunden anders um, wie da ist es aber teurer, klar, da hält man sich auch an Regeln des Tierschutzes und des Umweltschutzes und die Mitarbeiter werden auch anders behandelt. Na an dem Tag, da endete der Weg für den Pedro in eine Tötungsanstalt und Stolzer Spanier, nein, das war er nicht mehr, er hatte nur noch Angst um sein junges Leben.

Eines Tages, vor Ablauf der Frist die ihm blieb, da kamen Menschen, Menschen mit Mitleid, Menschen, die ihm helfen wollte und sie holten ihn letztendlich raus aus diesem Ort denn es hatte sich per Internet wer gemeldet der den müden und geschundenen Pedro wollte. Später dann gab es einen Flugpaten, einen Menschen, der ihn im Flieger mit nahm und damit der Pedro nicht hektisch wurde weil er erneut in einen Käfig musste und dieser in den Laderaum kam, ja da sorgte ein Tierarzt für einen verschlafenen Flug. Noch bevor der gute richtig wach war, sieht er in Dortmund in die Augen seiner Pflegerin. Jetzt nur noch die Fahrt mit dem Auto, Gott sei Dank, nicht all zu weit und dann auf einem Bauernhof endlich ausruhen.  Ganz mager kommt er dort an, dürr und hungrig, hungrig nach Futter, hungrig nach Leben, hungrig nach liebe und all das findet er auf einen Schlag auf diesem Hof mit ganz lieben Menschen die sich um ihn kümmern und die sich sorgen um ihn, den Hund den mal keiner mehr wollte.  Und von da kam er dann zu uns, keinen Bauernhof aber einen Garten haben wir und einen Fischteich und obwohl der Pedro aus Spanien kommt, lebende Fische scheint er nicht zu kennen, zumindest schaut er sich unsere Koi’s nur aus der Ferne an, die sind ihm unheimlich und Wasser mag er auch nicht sonderlich, er geht einen Bogen um den Uferbereich eines Sees. Na ja, eventuell hat man ja auch mal versucht in zu ertränken.

Erzogen ist er schon ganz toll, Platz kennt er und er hält sich dran, auch wenn es frisch gegrillte Hühnerkeulen gibt, die riechen so gut sagt er, aber er bleibt. Seine Erziehung ist jedenfalls vorbildlich und seine Art ist einfach nur toll, da hat ihm seine Pflegerin so doll geholfen.
Jetzt schauen wir alle froh in die Zukunft und hoffentlich merkt der Pedro das wir ihn alle ganz doll mögen. Lustig sieht es aus, wenn mein großer Freund ihn Streichelt und er sich dann flach auf den Rücken wirft und die Augen zu macht und genießt der Gute. Nachts, da gehen wir dann alle zusammen schauen ob er auch ruhig schläft und dann sitzen wir da, schauen zu und freuen uns.

Ja und wenn ihr mehr vom ollen Lupus lesen wollt, dann schaut mal hier, da war ich in Meran.

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